Das GesundheitsCockpit – kurz GeCo – ermöglicht es Kranken­kassen, ihren Versicherten künftig integrierte und vernetzte Lösungen rund um die elektro­nische Patientenakte (ePA) und die Telematikinfrastruktur zur Verfügung zu stellen. Dabei funktioniert das GeCo wie eine Plattform, auf der BITMARCK seinen Kundinnen und Kunden digitale Lösungen bereitstellt. Die Entscheidung, welche der so genannten Module die Krankenkassen in ihre bestehende App-Lösung einbinden, erfolgt jeweils kassenindividuell. Am 15. November ist nun die Pilotierung bei einer ersten Krankenkasse planmäßig gestartet.

In der einsnull Print 01/2021 haben wir bereits über die Mehrwerte und das Zusammenspiel des GeCos mit bestehenden Lösungen rund um Krankenkassen-Apps, ePA, TI und den GKV-Standard BITMARCK_21c|ng berichtet. Mitte des Jahres konnten die ersten Module den beteiligten Krankenkassen als Testversion in der bitGo_App zur Verfügung gestellt werden. Folgende Ergebnisse wurden hierbei im Rahmen der ersten Ausbaustufe erzielt:

  • Das Grundmodul des GesundheitsCockpits wurde erfolgreich entwickelt und umgesetzt. Es bietet die Möglichkeit, Gesundheitsdaten der versicherten Person zentral abzulegen und diese modulübergreifend – ohne erneute Eingabe – auch in anderen Fach­kontexten zur Verfügung zu stellen.
  • Für das Medikationsmodul wurden Partner angebunden, die eine hohe fachliche Expertise mitbringen und so der versicherten Person sinnvolle Mehrwerte schaffen. Dieses drückt sich auch dadurch aus, dass es sich hierbei um zertifizierte Medizinprodukte handelt, um beispielsweise Wechselwirkungen und Kontraindikationen auszuwerten.
  • Eine Kommunikationsmöglichkeit zwischen dem GeCo und der ePA wurde im Rahmen des Moduls „Medikationsinformation“ aufgebaut und kann als Blaupause für andere Fachthemen genutzt werden. Hier bildet die Regulatorik der gematik allerdings eine natürliche Grenze, und wir arbeiten weiter an komfortableren Lösungen.

Marktfähige Ausbaustufe des GeCos erzeugt

Die Bereitstellung des GeCo 1.0 generiert für die versicherte Person zunächst nur einen eingeschränkten Mehrwert. Zielsetzung war vor allen Dingen der Nachweis der technischen Machbarkeit. Durch die Funktionen im GeCo 2.0 wird nunmehr nachgelegt und eine erste marktfähige Ausbaustufe erzeugt.

Bereits im Rahmen der ersten Ausbaustufe ist durch die Priorisierung der Kundinnen und Kunden die Entscheidung gefallen, welche Module GeCo 2.0 umfassen wird. Im Fokus steht dabei der Vorsorgekalender, zu einem späteren Zeitpunkt folgt auch die Impferinnerung. Parallel werden die Funktionen der in Ausbaustufe 1 enthaltenen Medikations­information weiter ausgebaut – folgende Erweiterungen wurden seitdem vorgenommen: Die Einrichtung von verschiedenen Medikationsplänen (Import aus der ePA oder eigene Medikationspläne durch Scan von Papiermedikationsplänen mit Barcode) sowie die Erinnerungsfunktionen für die versicherte Person (Medikamenteneinnahme).

Vorsorgekalender

  • Vorsorgeplan, der auf Basis des Alters, Geschlechts und besonderer Merkmale (z. B. Schwangerschaft) der versicherten Person aufgebaut ist
  • Informationen zum Hintergrund und Inhalt der gesetzlich vorgesehenen Vorsorge­untersuchungen
  • Terminerinnerungen/-management und Hinweise auf anstehende Vorsorgeunter­suchungen
  • Individuelle Anpassungsmöglichkeiten des Vorsorgeplans durch die versicherte Person

Impferinnerungen 

  • Die Impferinnerung wird derzeit entwickelt und als Funktion nachgeliefert – sie ist noch nicht Bestandteil des ersten Releases des GeCo 2.0 Releases
  • Manuelle Anlage von erfolgten Impfungen als Ergänzung zum ePA-MIO Impfpass
  • Ermittlung eines Impfstatus auf Basis der Eigeneingaben der versicherten Person. Berücksichtigt werden hierbei Alter, Geschlecht und Wohnort, um die relevante Empfehlungen der StiKo zu präsentieren
  • Anbindung eines Medizinproduktes zur Erlangung einer qualitätsgesicherten Empfehlung 

Darüber hinaus befinden wir uns in der Abstimmung zum Modul einer „eAU-Quittung“. Hierbei geht es um die Signalisierung der erfolgreichen Übermittlung einer durch den Arzt ausgestellten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an die Krankenkasse. Da in diesem Kontext jedoch noch technische und rechtliche Abstimmungen erforderlich sind, wird diese Funktionalität erst nach dem Start des GeCo 2.0 bereitgestellt werden können. Mehrere Entwicklerteams arbeiten mit hoher Priorität an der Umsetzung der fachlichen und technischen Vorgaben. Ebenfalls intensiviert wurde – im Sinne einer umfassenden Digitalisierungsstrategie – die über­greifende Zusammenarbeit und der Austausch mit den Schnittstellen­projekten ePA, bitGo und bitIAM. 

Meilenstein erreicht: Die Pilotierung ist wie geplant am 15. November gestartet

Ein wichtiges Learning aus den Arbeiten im Rahmen der ersten Ausbaustufe ist die frühzeitige Einplanung und Umsetzung von Tests. Bereits Ende des Monats September wurde die Ablauffähigkeit der Entwicklung von der App über das Backend bis hin zur Kommunikation mit Partnersystemen im Rahmen sogenannter Smoke-Tests auf
Systemen der Pilottestkasse erprobt. Der Startschuss für die offiziell Pilotierung fiel am 15. November 2021, um vor dem GoLive noch genügend Zeit für fachliche und technische Korrekturen zu haben. Grundlage für die Markteinführung ist die Produktfreigabe für die Features aus GeCo 1.0 und 2.0 durch die Pilottestkundin bzw. den Pilottestkunden zum Ende des Jahres. Um nicht nur funktional, sondern auch im Bereich Sicherheit und Datenschutz optimal aufgestellt zu sein, lassen wir das GesundheitsCockpit von namhaften externen Experten im Rahmen von Sicherheitstests (beispielsweise Pentests) prüfen; mögliches Verbesserungspotenzial können wir somit umgehend in die Entwicklung einfließen lassen.

Das GeCo-Team – Einbindung der Krankenkassen

Um einen regelmäßigen Austausch sicher­zustellen und eng am Puls der Krankenkassen zu agieren, erfolgt die Konzeption und Entwicklung des GesundheitsCockpits in enger Zusammenarbeit mit unseren Kundinnen und Kunden. Hierfür ist unter anderem von Beginn an das sogenannte GeCo-Team ins Leben gerufen worden, in welchem Vertreterinnen und Vertreter der Krankenkassen regelmäßig zusammenkommen, fachliche Vorgaben erarbeiten, Tests durchführen und Entscheidungen zum weiteren Vorgehen treffen. Darüber hinaus werden im Rahmen von Reviews kontinuierlich die aktuellen Arbeitsstände betrachtet.

Um all unsere Kundinnen und Kunden stets auf dem Laufenden zu halten, informieren wir darüber hinaus regelmäßig im Rahmen von Informations­veranstaltungen über den aktuellen Entwicklungsstand des
GesundheitsCockpits – mehr Informationen hierzu finden Sie in unserem Kundenportal.