Mit Tammo Löffler (seit 01. Oktober 2021 zweiter Geschäftsführer der BITMARCK Holding GmbH) und Henry Machleb (seit 01. Januar 2022 neuer Geschäftsführer der BITMARCK Technik GmbH) sind in den vergangenen Monaten gleich zwei neue Geschäftsführer bei BITMARCK gestartet. Anlass genug für die einsnull, im Rahmen eines großen Doppel-Interviews nachzufragen: Was waren die ersten Herausforderungen? Was können sie tun, um in ihren Rollen aktiv zu einer Stärkung der Kundenorientierung beizutragen? Und natürlich wollten wir auch wissen, was bei beiden in der Freizeit hoch im Kurs steht. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

einsnull: Henry und Tammo – wie verlief jeweils euer Start, und was waren die ersten Eindrücke, die ihr in eurer neuen Tätigkeit als Geschäftsführer bei der BITMARCK Technik GmbH bzw. der BITMARCK Holding GmbH erlebt habt?

Henry Machleb: Dank der Unterstützung meiner Kolleginnen und Kollegen aus der Geschäftsführung sowie des Management-­Teams vor Ort würde ich den Start als sehr gelungen bezeichnen. Und das war auch wichtig: Denn am Hamburger Standort stand just zu diesem Zeitpunkt mit der Einbindung der ePA 2.0 in die Telematik­infrastruktur ein wegweisendes Thema auf der Agenda. Zusätzlich galt es, direkt in die laufende Transformation der Organisation einzusteigen und sicherzustellen, dass wir weiter klaren Kurs auf das Ziel halten – eine agile BITMARCK mit noch mehr Kundenorientierung, Verantwortungsbewusstsein und Selbstständigkeit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Tammo Löffler: Da kann ich Henry nur beipflichten – auch mir wurde der Start durch die kompetenten, hilfsbereiten und netten Teams so einfach wie möglich gemacht. Gefreut habe ich mich auch – trotz Corona – zahlreiche Kolleginnen und Kollegen bereits persönlich zu treffen. Ich konnte daher nach schneller, intensiver Einarbeitung gleich mit hoher Frequenz speziell natürlich in die kauf­männischen Themen einsteigen. 

einsnull: Tammo, du bist neu in der Welt der GKV. Was hat dich in den ersten Monaten an unserer Branche besonders beeindruckt? Und welche Aufgaben bist du als erstes an­gegangen?

Tammo Löffler: Der Elan, mit dem die GKV und speziell die BITMARCK-Gemeinschaft innerhalb sehr kurzer Zeit die Digitalisierung angegangen sind, hat mich sehr beeindruckt. Die Bereitschaft, sich dieser Herausforderung zu stellen und auch über die reine GKV Seite hinaus zu investieren – diese Intensität nimmt man aus einer außenstehenden Position nicht in Gänze wahr. Für mich war es im ersten Schritt wichtig zu verstehen: Was treibt die BITMARCK an? Wofür steht sie? Und parallel natürlich einen Überblick über die Bereiche, laufende Projekte und das Zusammenspiel in der Geschäftsführung zu gewinnen.

einsnull: Henry, du kennst die BITMARCK Technik GmbH nahezu in- und auswendig – wo liegen derzeit die Herausforderungen für die Hamburger Einheit? 

Henry Machleb: Strukturen für die Zukunft zu schaffen! Ich meine hier besonders die Entwicklung vom Full-Service-Provider zum Managed-Service-Provider. Das bedeutet: Fokussierung auf die Kern­kompetenzen im GKV-Umfeld, basierend auf den Anforde­rungen der Kunden. Wir müssen nicht selbst erbrachte Services im Rahmen von Make or Buy am Markt passgenau für die Kunden lokalisieren und in unsere Wertschöpfungskette integrieren. Dabei integriert BITMARCK die externen Anbieter und managt den kompletten Prozess ganzheitlich im Sinne der Kunden. Elementar ist auch das Thema Security. Nur mit sicheren und redundanten Systemen können wir die Daten der Versicherten auch künftig betreiben. Die jüngsten Erfahrungen mit log4J und weiteren Angriffen in Deutschland mit Ransomware zeigen noch einmal die Dringlichkeit auf. Künftig fahren wir einen Zero-Trust-Ansatz in den Rechen­zentren, um maximale Sicherheit zu gewährleisten. Als dritter Punkt sei die Betriebsstabilität genannt. Erfolgsfaktoren wie Geschwindigkeit und die schnelle Umsetzung von Changes werden immer bedeutender. In diesem Zusammenhang versprechen wir uns durch die Homogenisierung unser Anwendungslandschaft, die Mikrosegmentierung im Bereich der Netzwerke und der Nutzung von Cloudtechnologien deutliche Verbesserungen im Sinne unserer Kunden. Last but not least das Thema Preistransparenz. Unsere Kunden sollen genau verstehen, in was sie investieren. Digitalisierung ist nicht gratis – da ist es wichtig, dass alle Beteiligten eine gemeinsame Sprache sprechen.

einsnull: Was könnt ihr tun, um aktiv zu einer Stärkung der Kundenorientierung beizutragen?

Henry Machleb: Um es auf den Punkt zu bringen: Die Kunden besser verstehen, den Dialog kontinuierlich etablieren, verstärkt über die technischen Möglichkeiten bei der Digitalisierung beraten und natürlich auch in der Zeit nach Corona endlich wieder persönliche Termine wahrnehmen.

Tammo Löffler: Ergänzend dazu – Kunden­orientierung ist für mich auch immer eine Frage des Mindsets. Das fängt mit dem eigenen Handeln im jeweiligen Bereich an und muss nachhaltig selbst vorgelebt werden. Insbesondere die Interaktion mit den Kunden und das Einholen von Feedback sind zentrale Aspekte. In meinem Umfeld sind das derzeit vor allem die interne Kunden, aber natürlich auch die Gesellschafter und die Gremien. 

einsnull: Die BITMARCK wandelt sich auch intern – Stichwörter an dieser Stelle sind beispielsweise #daswirdBITMARCK2023, agile Teams oder auch kundenfokussiertes Arbeiten über alle Ebenen hinweg. Wie seht und fördert ihr den internen (Kultur-)Wandel im Rahmen eurer Rollen?

Tammo Löffler: Auch hier gilt: Veränderungen müssen nicht nur eingefordert, sondern auch aktiv vorgelebt werden. Und das fängt selbstverständlich bei der Unternehmensleitung an. Transformation muss sauber vorbereitet und begleitet werden – und zwar auf allen Ebenen, bei den Führungskräften und den Mitarbeiter­innen und Mitarbeitern. Einfach zu sagen „Jetzt werdet mal agiler!” funktioniert nicht. So ein Prozess muss über Fortbildungen und Programme begleitet werden. Konkret arbeiten wir derzeit beispielsweise an einem Führungskräfteentwicklungsprogramm zur modernen Führung sowie an verschiedenen weiteren Maßnahmen im Hinblick auf die Entwicklung zu einer modernen, prozessorientierten Organisation. Dabei werden die Weiterentwicklung von Unternehmen und Produkten gleichzeitig betrachtet, da beide eine zentrale Rolle einnehmen.

Henry Machleb: Die Unterstützung der Organisation für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem langen Weg ist der springende Punkt. Manchen fällt die Umstellung in die neue Kulturwelt leicht, anderen womöglich nicht. Ich sehe das als große Chance für uns alle, für die BITMARCK – aber wir müssen darauf achten, die Veränderungen sorgsam zu planen und nicht übers Knie zu brechen. Nicht jeder Bereich ist agilisierbar. Aber die agile Welt zeigt, dass sich auch dort neue Rollen etablieren können und wir Vertrauen zu diesen Rollen fassen müssen. Hierzu zählen beispielsweise interne Agile Coaches und People Leads für die Teams. Vertrauen ist in der Tat ein Schlüsselbegriff – denn auch das Vertrauen der Organisation in die Belegschaft ist ein eminent wichtiger Teil der neuen Kultur. Nicht alles funktioniert gleich so, wie es soll. Aber genau das zeichnet eine lernende Organisation auch aus. Gemeinsam bewerten wir dann den aktuellen Stand und verändern ihn so, dass es noch besser wird.

einsnull: Wenn ihr euch für eine schöne Sache Zeit nehmt – was steht bei euch in der Freizeit gerade hoch im Kurs?

Tammo Löffler: Das ist einfach zu beant­worten – meine Familie.

Henry Machleb: Bei mir natürlich auch in erster Linie die Familie. Und außerdem: Sport! Die schöne Skisaison ist ja jetzt leider vorbei, und so kommen Laufen und Rennradfahren wieder mehr in den Fokus. Ansonsten – es ist im Gespräch ja schon mal angeklungen – habe ich das Bedürfnis, nach Corona viele meiner Freunde endlich wieder persönlich zu treffen.

einsnull: Vielen Dank für das Gespräch, Henry und Tammo! 

Henry Machleb
Am 01. Januar 2022 ist Henry Machleb als neuer Geschäftsführer der BITMARCK Technik GmbH gestartet. Zuvor war er als Chief Strategy Manager bei BITMARCK tätig und bekleidete im Laufe seiner Karriere zahlreiche weitere Führungspositionen in der Unternehmensgruppe, unter anderem im Rahmen des Rollouts des GKV-Standards BITMARCK_21c|ng. Die BITMARCK Technik GmbH umfasst derzeit mehr als 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verantwortet die IT-Betreuung für große Kunden aus dem GKV-Segment – beispielsweise die DAK-Gesundheit oder die IKK classic.

Tammo Löffler
Zum 01. Oktober 2021 hat Tammo Löffler seine Arbeit als zweiter Geschäftsführer der BITMARCK Holding GmbH aufgenommen. In seiner Zuständigkeit liegen die Bereiche Controlling, Finanzen, Einkauf/Ausschreibung, Personal/Organisation sowie Recht. Der Diplom-Kaufmann blickt auf eine langjährige Expertise im HealthCare- und IT-Bereich zurück; zuvor war er Leiter des Bereichs Strategie und Digitalisierung bei der Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft AG sowie Leiter der Abteilung Strategy & Governance bei der Deutsche Telekom Healthcare & Security Solutions GmbH.