Die Krankenkassen haben die eAU in ihren Regelbetrieb aufgenommen und profitieren von den damit verbundenen Vorteilen: Die AU-Daten kommen aufgrund der elektronischen Übermittlung sehr viel schneller, vollständig und zudem qualitätsgesichert bei ihnen an. Dies wirkt sich wiederum positiv sowohl auf die Möglichkeiten des Fallmanagements als auch auf die Nachbearbeitungsquote aus. Das positive Zwischenfazit aus der Praxis: Die technische Integration der eAU in den bestehenden AU-Prozess der Krankenkassen läuft nahezu geräuschlos. 

Derzeit arbeitet BITMARCK mit zwei Herstellern von Praxisverwaltungssystemen zusammen: MediSoftware und Duria. Aus deren Systemen heraus werden die AU-Informationen teil­nehmender Versicherter über das „Sichere Netz der KVen“ (SNK) an das BITMARCK-Datenmanagement übermittelt. Hier werden die eingehenden Daten geprüft und schnittstellengerecht aufbereitet, dann an die Krankenkassen weitergeleitet und dort über den Importbatch AUBAT ins Bestandssystem eingespielt.


Seit der Aufnahme in den Regelbetrieb wurden bei der IKK Nord bereits über 15.000 eAUs verarbeitet. einsnull sprach mit Robert Schmidt, Geschäftsbereichsleiter Entgeltersatzleistungen bei der IKK Nord, über seine Erfahrungen und die Herausforderungen bei der Einführung der eAU.

einsnull: Herr Schmidt, wie verlief der Start der eAU im Regelbetrieb? Vor welche Herausforderungen sahen Sie sich gestellt?

Robert Schmidt: Grundsätzlich verlief der Start relativ reibungslos. Die Herausforderung, die uns seit der Einführung begleitet, besteht in den doppelten Datensätzen. Neben der eAU wird von einigen Versicherten auch weiterhin der Vordruck aus Papier eingereicht. Das bedeutet, dass die Beleglesung einen Hinweis erhält, der manuell bearbeitet werden muss. Weder technisch noch personell sehen wir uns mit besonderen Anforderungen konfrontiert. Letztlich ist es nur ein nicht vorhandenes Papier-Dokument, das den Unterschied zwischen einer eAU und dem klassischen AU-Beleg ausmacht.

einsnull: Wie wird die eAU von Ihren Versicherten bzw. Ihren Sachbearbeitern angenommen? Sehen Sie Optimierungs­bedarf?

Robert Schmidt: Die Sachbearbeiter be­grüßen grundsätzlich natürlich den schnelleren Eingang von eAUs. Für den Versicherten ist der Prozess noch recht un­gewohnt. Hier kommt es regelmäßig zu Rückfragen bezüglich des Datenflusses. In unseren Planungen ist die eAU mittlerweile ein fester Bestandteil, der ausgebaut werden soll. Als Optimierungsbedarf sehe ich insbesondere die Revisionssicherheit, da regelmäßig auch eAUs durch Mitarbeiter abgeändert werden müssen. Dies ist zum Teil schwerer nachvollziehbar, da es an einem bildlichen Dokument fehlt.


So arbeiten Krankenkassen mit der eAU

Bislang haben sieben BITMARCK-Kunden die eAU in ihren Regelbetrieb aufgenommen. Die im BITMARCK-Datenmanagement permanent eingehenden strukturierten AU-Daten werden automatisiert verarbeitet und für den Import in BITMARCK_21c|ng bereitgestellt. Grundsätzlich eignet sich diese Infrastruktur auch für die Verarbeitung anderer Informationen wie beispielsweise Verordnungen.

Ausblick

Aktuell sind 400 Ärzte über MediSoftware befähigt, die eAU zu nutzen. Bis Ende 2019 werden über 1.000 Arztpraxen in Schleswig­Holstein angebunden sein. Auch die Duria-­Lösung wird mit Schwerpunkt NRW voraussichtlich bis Ende des Jahres für über 2.000 Arztpraxen nutzbar sein. Für 2021 ist geplant, die eAU als weiteres Fachverfahren im elektronischen Datenaustausch unter Nutzung der Telematik-Infrastruktur (TI) einzuführen, nach dem Willen des Gesetzgebers dann auch unter Einbezug der Arbeitgeber. Die dazu erforder­lichen gesetzlichen Änderungen befinden sich zum Teil noch in der parlamentarischen Beratung. Der GKV-Spitzenverband arbeitet gemeinsam mit den Partnern der Selbstverwaltung und den Arbeitgeberverbänden an den umsetzungsrelevanten Grundlagen. BITMARCK ist über die technischen Fach­gremien beteiligt. 

In unserem Kundenportal mein.bitmarck.de finden Sie detaillierte Informationen zur eAU sowie zu weiteren Produkten und Services.