DAK-Gesundheit und BITMARCK schließen europaweit größtes IT-Projekt im Gesundheitswesen erfolgreich ab

Mit der erfolgreichen dritten Migrationsstufe im Rahmen des Programms DAKISS_21c ist die DAK-Gesundheit im September 2018 endgültig auf den neuen GKV-Standard BITMARCK_21c|ng umgestiegen. Alle Versicherten der Krankenkasse werden nun mit der modernen Software von BITMARCK betreut. Damit ist das europaweit größte IT-Migrationsprojekt im Gesundheitswesen nach einer Planungs- und Umsetzungsphase von knapp 8 Jahren erfolgreich beendet worden.

Warum ein Programm

Bereits zum Zeitpunkt der Entscheidung für die BITMARCK_21c|ng war erkennbar, dass das System für die Belange einer Großkasse wie der DAK-Gesundheit ergänzende Weiterentwicklungen erfahren musste. Hierin lag eine wesentliche Aufgabe des Programms in den ersten Jahren. Um diese Weiterent­wicklung entsprechend den Erwartungen der DAK-Gesundheit sicherzustellen, wurde im Jahr 2011 ein Werkvertrag zwischen

DAK-Gesundheit und der BITMARCK Technik GmbH geschlossen. Um sich Unterstützung in Technologie-Know-how, Ressourcen und Großprojekterfahrung zu sichern, wurde die IBM Deutschland GmbH als Industriepartner vertraglich verpflichtet.

Die ersten Jahre: Ausbau des Systems zur Großkassen­fähigkeit

In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt der Arbeiten auf dem Ausbau des Systems zur Großkassenfähigkeit sowie der Entwicklung von Programmen und Prozessen zur Migration der Daten aus dem Altsystem DAKIDIS nach BITMARCK_21c|ng. Im Wesentlichen erfolgte

die jeweilige Migration der Daten in zwei Schritten: Die sogenannte Migrations-Fabrik (MigFab) wandelte die DAKIDIS-Versicherten­daten in das Ziel­format um. Anschließend wurde mit der Migrations-Fusion (MigFu)
der neue Daten­bestand in BITMARCK_21c|ng mit dem bereits vorhandenen Datenbestand abgeglichen und verschmolzen.

Eine weitere Herausforderung für das Projekt war die Integration der bei der DAK-Gesundheit vorhandenen „Umsysteme“. Umsysteme liefern spezielle Unterstützungsfunktionen, die weder vom System DAKIDIS noch von BITMARCK_21c|ng bereitgestellt werden. Entsprechend war es eine zentrale Aufgabe, zunächst die bestehenden Umsysteme im Sinne einer Soll-Anwendungslandschaft weiterzuentwickeln. Dies erfolgte mit der Maßgabe, so viel wie nötig und so wenig wie möglich an zusätzlichen Systemen anzubinden.

Zu Beginn des Jahres 2013 stand die finale Einführungsplanung des neuen Systems fest. Alle damals geplanten Hauptmeilensteine wurden termingerecht erreicht – für ein Programm

dieser Größenordnung sicher bemerkenswert. Mit einem Gesamtvolumen von fast 219,5 Mio. Euro ist DAKISS_21c zugleich das bemerkenswerteste Vorhaben der DAK-Geschichte.

Während der Laufzeit des Programms fusionierte die DAK mit der BKK Gesundheit. Die Fusion brachte für das Umstellungsprojekt sowohl neue Herausforderungen als auch zusätzliche Unterstützung mit sich.

So nutzte die BKK Gesundheit bereits die Softwareprodukte von BITMARCK und brachte damit gleich ein produktives 21c_kern-System ins Haus der DAK-Gesundheit. Für die Bearbeitung beider Datenbestände benötigten die Nutzer eine einheitliche Benutzeroberfläche als Hilfe und Brücke. Als systemintegrierende Oberfläche wurde das damals neue, strategische Produkt 21c|ng (heute Integrationsplattform) der BITMARCK verwendet. Die DAK-Gesundheit implementierte folglich als eine der ersten Kassen die Plattform 21c|ng. Diese ermöglicht der Sachbearbeitung die 360-Grad-Sicht auf die Kundendaten.

In den Jahren 2016–2018 war es die Haupt­aufgabe von DAKISS_21c, sämtliche Versicherten- und Arbeitgeberdaten aus dem Altsystem DAKIDIS in das inzwischen aus­gebaute BITMARCK_21c|ng zu transportieren.

Der Transport – die Migration – der Daten in das neue System erfolgte in insgesamt drei Schritten, jeweils in den Jahren 2016, 2017 und 2018. Dabei galt es, die Tagesaktivitäten innerhalb der DAK–Gesundheit möglichst nicht zu behindern. „Wir sind sehr zufrieden damit, dass wir über alle drei Migrations­stufen hinweg der DAK-Gesundheit insgesamt nicht mehr als drei Ausfalltage in der Bearbeitung zumuten mussten“, freut sich Helmut Bodmann, Programmleiter DAKISS_21c.

Die erste Datenmigrations­stufe (M1) im November 2016

Am ersten Novemberwochenende 2016 wurden knapp eine Million Versichertendaten aus dem Altsystem nach BITMARCK_21c|ng migriert. Damit erhöhte sich der Versichertenbestand im neuen System auf rund 1,8 Millionen. Der Transport solcher Datenmengen erforderte eine umfassende Planung und die Koordination komplexer Abläufe zwischen dem Programm DAKISS_21c, der BITMARCK als Softwarelieferanten und RZ-Betreiber sowie den DAK-Fachbereichen – eine gute Möglichkeit, Erfahrungen und Erkenntnisse für die folgenden zwei Migrationsstufen zu sammeln.

Die zweite Datenmigrationsstufe (M2) im Oktober 2017

Der nächste große Schritt in der „Reformation“ der Systemwelt der DAK–Gesundheit fand am langen Wochenende vom 27. bis 31. Oktober 2017 – dem Reformationstag – statt.

Am Ende jenes Wochenendes standen fünf Millionen Versichertendaten mehr im neuen System zur Bearbeitung bereit.  Also fast die dreifache Datenmenge im Vergleich zur ersten Datenmigration im Jahr 2016. Damit wurde die neue Software zu diesem Zeitpunkt zum führenden System der DAK-Gesundheit.

Die dritte Datenmigrations­stufe (M3) im September 2018

Die abschließende Migration der noch im Alt­system DAKIDIS verbliebenen rund drei Millionen Versicherten- und Arbeitgeber­daten erfolgte am ersten Septemberwochenende 2018. Beim morgendlichen System­start am 03. September war der Umstieg auf BITMARCK_21c|ng geschafft – und das
größte europäische IT-Projekt im Gesundheitswesen erfolgreich bewältigt.

„Parallel zu den Migrationsaktivitäten mussten wir darüber hinaus die technischen und fachlichen Gegebenheiten zur Abschaltung des Altsystems analysieren und eine entsprech­ende Planung erarbeiten“, sagt Burkhard Kaufmann, Geschäftsführer der BITMARCK Technik GmbH.

Hinter der Ziellinie

Mit der erfolgreichen Durchführung von M3 betreuen nun ca. 11.000 Mitarbeiter der DAK-Gesundheit über 6,2 Millionen Versicherte mit dem GKV-Standard BITMARCK_21c|ng.

„BITMARCK hat seinen zentralen Gründungsauftrag erfüllt und mehr als 100 Kranken­kassen auf die GKV-Kernsoftware umgestellt. Und für uns ist der Abschluss des europaweit größten IT-Projektes im Gesundheitswesen die Basis für die digitale Zukunft“, resümierte Franz-Helmut Gerhards, CDO und Präsidiumsmitglied des Aufsichtsrates der BITMARCK Holding GmbH bereits Anfang des Jahres 2018 im einsnull-Interview.

Neue Technologien weisen aber auch weiterhin den Weg in die Zukunft

BITMARCK_21c|ng umfasst die Integrationsplattform 21c|ng mit Workflows, Beratungsmanagement, 360-Grad-Sicht und zentraler Aufgabensteuerung sowie die Fachverfahren aus 21c_kern. Für eine nachhaltige Wertschöpfung und Wirtschaftlichkeit setzt die DAK-Gesundheit aber auch künftig auf weitere Produkte und Lösungen von BITMARCK wie die angestrebte Umstellung des Frontends der Integrationsplattform auf Webtechnologien. Der Anfang wurde bereits mit Applikationen wie dem Versorgungsmanagement-Tool und Apps gemacht, ein zusätzlicher Fokus liegt künftig ebenfalls auf der Gesundheitsplattform Vivy, die seit September 2018 von verschiedenen Krankenkassen in Zusammenarbeit mit BITMARCK ihren Versicherten zur Verfügung gestellt wird.

Mit seiner innovativen und maßgeschneiderten Produktpalette macht BITMARCK damit einen weiteren Schritt von der IT-Allianz über einen Full-Service-Dienstleister hin zum Integrator und Managed Service Provider.