Mit dem Referentenentwurf zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) wurde am 23. Juli 2018 erstmalig der Wille des Gesetzgebers formuliert, dass die Krankenkassen ihren Versicherten zum 01. Januar 2021 eine elektronische Patientenakte (ePA) anbieten müssen. Mittlerweile ist es beschlossene Sache: In rund 15 Monaten muss die ePA realisiert sein. Dass das ein sportlicher Zeitplan ist, ist hinlänglich bekannt. Ebenso die Tatsache, dass BITMARCK kürzlich im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens die Firma Research Industrial Systems Engineering (RISE) an Bord geholt hat, um mit vereinten Kräften und gebündeltem Know-how die ePA für die angeschlossenen Kranken­kassen zu entwickeln. Doch wie ist eigentlich der aktuelle Stand im Projekt? 

Wir können von einem gelungenen Start sprechen: Der erste Meilenstein ist bereits erreicht – die Lieferung einer mit dem Be­treiber abgestimmten Architekturbeschreibung (inklusive Sicherheitszonen). Dies umfasst auch die Anforderungen an den Betrieb für die Bereitstellung der technischen Infrastruktur und Hardware der Betriebsumgebungen sowie die Zeitplanung zur Erreichung der Zulassungen. Im nächsten Schritt können nun die Beschaffung der Hardware und der Aufbau der Systemumgebung in Angriff genommen werden.

Erste Design-Vorschläge für das Frontend vorgestellt

Damit auch künftig der straffe Zeitplan ein­gehalten wird, läuft die Zusammen­arbeit zwischen beiden Partnern natürlich auf Hochtouren, es reiht sich Abstimmungstermin an Abstimmungstermin. Das übergreifende Projekt wurde dabei in mehrere Teilprojekte gegliedert – dazu zählen unter anderem Kommunikation, Betrieb oder Kontover­waltungs­system –, um schneller und effizienter voranzukommen. Derzeit hat RISE bereits erste Design-Vorschläge (MockUps) für das Frontend des Versicherten (FdV) vorgestellt, die gerade diskutiert werden. „Der gemeinsame Start in die Entwicklung der ePA stimmt uns zuversichtlich – die Zu­sammen­arbeit mit RISE läuft vertrauensvoll und inhaltlich auf einem sehr hohen Niveau, was für ein komplexes Projekt dieser Größenordnung auch die Grundlage sein muss. Nun gilt es, die Roadmap weiter konsequent abzuarbeiten“, konstatiert BITMARCK-­Projektleiter Mike von Gliszczynski.

Natürlich befinden sich BITMARCK und RISE nicht nur im Austausch untereinander – auch zur gematik gibt es einen direkten Draht. Dies ist essenziell, um über Spezifikationen zu sprechen und das gemeinsame Verständnis zu schärfen. Der intensive Austausch zeigt, dass die Akteure in der Gesundheitsbranche weiter zusammengerückt sind und gemeinschaftlich agieren. Sollten Fragen auftreten, die aus den Spezifikationen nicht hervorgehen, werden diese gemeinsam geklärt. Eine Entwicklung, von der alle Beteiligten profitieren.

Regelmäßige Informations­veranstaltungen mit ePA-Schwerpunkt – nächster Termin am 13. November

Zu kaum einem anderen Thema gibt es derzeit so viel Gesprächsbedarf wie zur ePA. Ob zum Timing, den Funktionen oder auch zu technischen Details – der Wissensdurst der Kranken­kassen ist berechtigterweise sehr groß. Um als BITMARCK größtmögliche Transparenz walten zu lassen und kontinuierlich als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen, wurden regelmäßige Informations­veranstaltungen mit ePA-Schwerpunkt ins Leben gerufen. Den Auftakt machte dabei das Kundenforum am 26. September in Essen. Weiter geht es mit einem Workshop am 13. November, ebenfalls in Essen. Anmeldungen sind über das Kundenportal mein.bitmarck.de möglich. Für Anfang 2020 ist bereits die nächste Veranstaltung in Planung.

Haben Sie darüber hinaus Fragen rund um die elektronische Patientenakte? Dann stehen unsere Experten gerne für Rückfragen bereit.  


1.

01.01.2021

ePA 1.1

  • erstmalige flächendeckende Digitalunterstützung der Arzt-Patienten-Beziehung
  • erstmalige sektorübergreifende Verfügbarmachung behandlungsrelevanter Dokumente

2.

01.01.2022

ePA 2.0
30.06.2020 TI-Releasepaket mit ePA 2.0

  • Übergangsregelung auflösen
  • Nutzerkreis-Erweiterung Hebammen und Pflege
  • Passtechnik. Initial: Mutterpass, Impfpass, Zahn-Bonusheft, Untersuchungsheft
  • Umgang mit privaten und streng vertraulichen Dokumenten
  • auch ohne eGK-Vertreter sein können
  • arztgeführte Ordner
  • Öffnung zur Anbindung von Versicherten-Dritt-Apps
  • Auffindbarkeit von Dokumenten anhand von ICD-codierten Diagnosen
  • Ablagestrukturierung (mit gesonderten Zugriffsrechten)
  • leichtes Einbringen neuer Standardformate

3.

01.01.2023

ePA 3.0
TI-Releasepaket mit ePA 3.0

  • Anbindung Forschung
  • Unterstützung großer Dokumente
  • „Anwendungsplattform“
  • weitere Interaktionsverbesserungen
  • weitere Stärkung Informationssicherheit

4.

01.01.2024

ePA 4.0
TI-Releasepaket mit ePA 4.0

  • Notfallzugriff (Break-Glass-Szenario)
  • kompletter Ex- und Import
  • freies Dokument-Taggingsystem
  • weitere Verfeinerung Zugriffsrechte 
  • weitere Stärkung Informationssicherheit

Blau = gesetzl. Forderungen