Ein wichtiger und zentraler Teil unserer Vision #daswirdBITMARCK2023 ist der übergreifende Vernetzungsgedanke in der GKV. Das sich auf dem Titel dieser Ausgabe der einsnull befindliche, 2019 verabschiedete Zielbild zu Entwicklung und Betrieb der Integrationsplattform sieht die Vernetzung der maßgeblichen Player im deutschen Gesundheitswesen vor – und geht damit über das reine Zurverfügungstellen einer ePA und einer Service-App hinaus. In enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden wird derzeit am Konzept einer mobilen Integrationsplattform bei BITMARCK gearbeitet. 

Ziel ist es, die Themen aus den gesetzlichen Vorgaben zur Digitalisierung durch das Bundesgesundheitsministerium mit den Servicethemen der Krankenkassen zu ver­einen. Mit einer solchen Integrationsplattform können Versorgung und Vorsorge digital nutzbar gemacht und für den Versicherten einfach erreichbar zur Verfügung gestellt werden. Denn mit zunehmender Digitalisierung steigt auch die Anzahl der Lösungen, die der Ver­sicherte nutzen kann. Aktuelle und künftige Anwendungen wie die elektronische Patienten­akte ePA, bitGo_App, Vivy, eRezept oder Digitale Gesundheits­anwendungen (DiGAs) gewinnen vor allem dann an Akzeptanz beim Versicherten, wenn sie gebündelt zur Verfügung stehen. Funktional können so, orientiert an der Roadmap Telematik-Infrastruktur der gematik, über die nächsten Jahre Services entstehen, die in die mobile Integrationsplattform einfließen und von den Krankenkassen und den Versicherten genutzt werden.

ePA: Entwicklung nach wie vor im Zeitplan

Durch die aktuellen Ereignisse waren sowohl BITMARCK als auch RISE gehalten, Pandemiepläne aufzustellen und daraus resultierende Maßnahmen entsprechend umzusetzen. Mittlerweile erfolgen sämtliche Entwicklungs- und Projektarbeiten im „Remote-Modus“. Die aktuellen Erfahrungen aus den ersten Wochen zeigen, dass sich diese Vorgehensweise in der Praxis bewährt und das Gesamtprojekt „ePA“ in dieser Situation nicht gefährdet ist.

Wie im Projektplan vorgesehen, wurde die Umsetzung des ePA Aktensystems und des Frontend des Versicherten (FdV) nunmehr weitgehend abgeschlossen. Erste Use-Cases sind bereits live testbar. Diese waren auch Gegenstand von Demo-Vorführungen Ende Januar und Mitte März 2020. Darüber hinaus ist der Aufbau einer von der gematik verbindlich vorgegebenen Referenzumgebung bei BITMARCK in Hamburg abgeschlossen und steht für die folgenden Installationsarbeiten zur Verfügung. 

Positives Feedback haben wir auch für unsere kontinuierlichen und informativen ePA-Workshops erhalten – was für uns ein Ansporn ist, diese fortzuführen, ganz gleich ob als Präsenz­veranstaltung oder befristet ausschließlich als Webinar.

Informationen zum Betrieb und Lizenzvertrag

Für unsere Kunden mit einem Lizenzvertrag BITMARCK_21c|ng wird das ePA-Aktensystem künftig ein Bestandteil des GKV-Standards BITMARCK_21c|ng – vertraglich ist hierzu nur ein Nachtrag zum bestehenden Lizenzvertrag erforderlich. Der Betrieb der ePA inklusive Identity-Access-Management (IAM) wird zentral für alle Kunden in BITMARCK-Rechenzentren erfolgen. Hierüber ist allerdings ein separater Vertrag erforderlich. Optional wird BITMARCK auch einen Versicherten-Helpdesk (VHD) anbieten. Zentraler Vertragspartner für den Betrieb sowie für den VHD wird die BITMARCK Vertriebs- und Projekt GmbH sein; die finalen Verträge für die ePA können voraussichtlich in Q4/2020 abgeschlossen werden. Um für unsere Kunden eine höchstmögliche Verbindlichkeit zur Lieferung der ePA herzustellen, haben wir vor wenigen Tagen über die Kundenverantwortlichen einen sogenannten Letter of Intent (LoI) an jede Krankenkasse versendet.

ePA von BITMARCK und RISE auch bei BKK Mobil Oil im Einsatz 

Übrigens: Die von BITMARCK und RISE ent­wickelte elektronische Patientenakte wird auch bei der BKK Mobil Oil zum Einsatz kommen. Den Zuschlag dafür erhielten beide Unternehmen sowie die Firma axxiome Ende Januar, nachdem sie sich in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren der Mobil ISC GmbH gemeinsam beworben hatten.

DiGA: BITMARCK erarbeitet Lösungen für die Bereitstellung der Codes für die Versicherten 

Als Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) werden Medizinprodukte mit gesundheits­bezogener Zweckbestimmung bezeichnet, deren Hauptfunktion wesentlich auf digitalen Technologien beruht (z. B. die sogenannten Gesundheits-Apps oder Web-Anwendungen). Ziel dieser Anwendungen ist insbesondere die Erkennung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten. Für eine Zu­lassung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sind neben der Zweckbestimmung zwei wesentliche Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Zulassung als Medizinprodukt der niedrigen Risikoklasse I oder IIa
  • Bestätigung der Einhaltung der datenschutzrechtlichen Aspekte 

Ab dem zweiten Quartal 2020 werden die ersten Anträge beim BfArM eingehen und in der Folge auch die ersten Zulassungen zum dritten Quartal erwartet. Einmal auf der Liste der DiGAs aufgenommen, können die Anwendungen von Ärzten verordnet werden und müssen von den Krankenkassen bezahlt werden. Krankenassen haben aber auch die Möglichkeit, ihren Versicherten diese Anwendungen ohne Verordnung zu bezahlen, wenn sie es für sinnvoll erachten. 

BITMARCK wird die Krankenkassen in diesem Kontext unterstützen, indem
sie beispielsweise einen automatisierten Prozess für die Übertragung der Rechnungen der DiGA-Hersteller in unser Kernsystem zur Verfügung stellt. Darüber hinaus wird auch an einer technischen Lösung für die Bereitstellung des Freischaltcodes gearbeitet. Diesen Code erhält der Versicherte nach dem Einreichen der Verordnung durch seine Krankenkasse, wodurch er berechtigt wird, die verordnete Anwendung in vollem Umfang zu nutzen. Die zur Erzeugung und Bearbeitung der Freischaltcodes erforderlichen Masken werden derzeit zusammen mit dem Lizenz­server entwickelt. Eine Integration erfolgt über die Webserviceplattform direkt in die 360-Grad-Sicht des GKV-Standards BITMARCK_21c|ng. Somit kann der Sach­­bearbeiter diese neue Funktion medienbruchfrei in seiner bekannten Arbeitsumgebung nutzen. 

eRezept: Integrations­möglichkeiten werden geprüft

Das eRezept wird zurzeit bei der gematik entwickelt. Seitens BITMARCK wird aber schon heute erörtert, wo und wie wir das eRezept in bestehende Geschäftsprozesse integrieren können. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: Wie können wir Mehrwert für Krankenkassen und Versicherte erzielen? Ein eigenes Projektteam für die Integration von Serviceleistungen in die Telematik-Infrastruktur beschäftigt sich derzeit zum Beispiel mit der Frage, ob und wie sich das eRezept in die ePA bzw. in eine Rahmen-App integrieren lässt, um im Idealfall alle Dokumente an einer zentralen Stelle abgelegt zu haben. Auch das Auslösen von Folgeprozessen oder zusätzlichen Prüfungen sind Punkte, die auf Basis des digitalen Inputs als sinnvolle Fortentwicklung überlegt werden.

Diskutiert werden derzeit natürlich noch diverse weitere spannende Themen, stell­vertretend sei an dieser Stelle das Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG) genannt. In allen Bereichen gilt: BITMARCK hat diese Themen im Fokus und prüft kontinuierlich, wo sich Anknüpfungspunkte ergeben können, um die Krankenkassen und ihre Kunden in der digitalen Transformation weiterhin mit zielgerichteten und innovativen Produkten, Services und Lösungen zu versorgen.