Deutschland sieht sich durch die Corona-Pandemie mit einer beispiellosen Herausforderung konfrontiert. Die vielfältigen (Nach-)Wirkungen belasten die GKV nicht nur finanziell, sie führen auch zu deutlich sichtbaren Verschiebungen in den Kräfteverhältnissen des Gesundheitswesens – womöglich zu Ungunsten der Krankenkassen. Bereits in der Frühphase der Pandemie reifte bei BITMARCK die Erkenntnis, dass es in dieser einmaligen Situation besonderer Anstrengung zur Unterstützung unserer Kunden bedarf. Daher wurde eine interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppe eingerichtet mit der Aufgabe, den Verlauf der Pandemie in enger Zusammenarbeit mit Kunden zu beobachten und zu analysieren, um die Folgen für die GKV insgesamt und die einzelnen Krankenkassen abzuschätzen. 

Als im März auch in Deutschland die Zahl der Neuinfektionen mit dem neuartigen Virus stieg, zeichnete sich schnell ab, dass dies tiefgreifende Spuren in der Gesundheits­versorgung hinterlassen würde. Es entstand rasch eine öffentliche Diskussion um die Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens und besonders der Krankenhausversorgung. Sowohl mathematische Modellrechnungen als auch der Blick in andere europäische Länder nährten die Befürchtung, der Krankenhaussektor könnte unter der Wucht der Infektionswelle zusammenbrechen. Dabei bestand über viele Aspekte der Infektionswelle noch große Unsicherheit. 

Zunächst wurde das Grundverständnis der epidemiologischen Prozesse hergestellt

Für die Arbeitsgruppe Corona ging es in dieser ersten Phase zunächst darum, ein Grundverständnis der epidemiologischen Prozesse hinter der Pandemie herzustellen und einen Überblick über die verschiedenen Wirkungskanäle der Pandemie auf den Krankenkassensektor zu erarbeiten und mit Kunden zu diskutieren. 

Dabei zeichneten sich drei wesentliche Wirkungskanäle ab: 

  • die Auswirkungen im Versorgungssektor, zum Beispiel durch die Versorgung von Covid-19-Patienten und die Durchführung von Corona-Tests, aber auch durch den coronabedingten Verzicht auf Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte,  
  • die gesamtwirtschaftlichen Folgen der weltweiten Gegenmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus und deren Rück­wirkungen auf die GKV-Einnahmen, 
  • die vielfältigen gesetzlichen Aktivitäten zur Sicherung der Versorgung, besonders im Krankenhaussektor.

Erste Einschätzungen und regelmäßige Updates

Für alle Themenbereiche wurden in enger Abstimmung mit Kunden Informationen gesammelt, die bereits im Frühjahr in eine erste Gesamtschätzung der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die GKV mündeten. Auch im Finanzprognose-Tool bitForecast konnten dadurch frühzeitig die vermuteten Auswirkungen der Pandemie abgebildet werden, sodass Kunden in die Lage versetzt wurden, die Wirkungen auf ihre Kassen mit diesem Tool abzuschätzen. Angesichts sowohl der epidemiologischen als auch der politischen und wirtschaftlichen Dynamik wiesen die ersten Schätzungen der Wirkungen natur­gemäß hohe Unsicherheiten auf. Dennoch zeigten sich einige grundlegende Muster. So profitierten die Krankenkassen in der ersten Phase der Pandemie durch eine verringerte Inanspruchnahme des Gesundheitswesens. Dem standen und stehen aber umfangreiche finanzielle Belastungen aus gesetzlichen Maßnahmen sowie aus der negativen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung gegenüber.

Im weiteren Verlauf des Jahres wurden die initialen Wirkungsabschätzungen aufgrund neuer Daten und Erkenntnisse immer weiter­entwickelt, verfeinert und, wo nötig, selbstverständlich auch revidiert. Die Erkenntnisse gehen in regelmäßige Updates der Arbeitsgruppe ein, die die Grundlage eines Diskussions­prozesses mit darstellen. Als besonders wertvoll erwies sich während der gesamten Zeit der Datenpool der bitForecast-­Kunden, der datenschutzkonform zur Abschätzung der Finanzversorgungswirkungen der Pandemie herangezogen werden konnte.  

Eine zweite große Infektionswelle würde die Lage weiter verschärfen

Es zeichnet sich ab, dass auf unsere Kunden perspektivisch eine überaus schwierige finanzielle Situation zukommen wird und mit Steigerungen der Zusatzbeiträge zu rechnen ist. Eine zweite große Infektionswelle würde die Lage mittelfristig weiter verschärfen. Unter anderem, weil der wirtschaftliche Erholungsprozess beeinträchtigt würde – mit entsprechenden Rückwirkungen auf die GKV-Einnahmen. Vor diesem Hintergrund wird die Arbeitsgruppe weiterhin in regel­mäßigem Turnus aktualisierte Ergebnisse zu den Wirkungen der Pandemie bereitstellen, um eine bestmögliche Unterstützung der Kunden zu gewährleisten.

BITMARCK-Kunden können sich im Kundenportal meinBITMARCK für die „AG-Corona-­Seite“ freischalten lassen. Dort haben wir unter anderem alle Dokumente publiziert, die im Rahmen der AG Corona erstellt wurden. Hierzu zählen sowohl die prognostizierten Eckdaten und die dazugehörigen Präsentationen, die fortlaufend unter Berücksichtigung gesetzlicher Maßnahmen, aktueller Entwicklungen und unseres Kundenaustausches aktualisiert werden, als auch die Informationen, die wir den Vorständen unserer Kundenkassen zur Verfügung stellen.