Endlich sind sie da: Die Rede ist von den lang erwarteten Spezifikationen für die dritte Ausbaustufe der ePA. Im Kontext der ePA-Roadmap 2022 war bereits zuvor auf Betreiben der gematik zwischen allen Beteiligten ab­gestimmt, dass der Zeitplan entzerrt wird und ursprünglich eingeplante Funktionen erst zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden. Hierzu zählen unter anderem der TI-Messenger, der elektronische Medikationsplan (eMP) und die elektro­nische Patientenkurzakte (ePKA). Für den 01. Januar 2023 ist daher eine ePA-­Version mit abgespecktem Umfang geplant, die in Arbeitskreisen auch den Titel „ePA 2.5“ trägt. Auf dieser Basis nehmen wir gemeinsam mit unserem Partner RISE in bewährter Manier die Umsetzung für die Kranken­kassen der BITMARCK-­Gemeinschaft vor.

Erfahrungsgemäß gibt es nach Bereitstellung der Spezifikationen noch Abstimmungsbedarf die genaue Ausgestaltung betreffend. Offene Punkte sind derzeit zum Beispiel die Anbindung des Organspenderegisters und die Bereitstellung der ePA-Daten zu Forschungszwecken. Eine große Herausforderung stellt auch die Umsetzung der Anforderungen an den sogenannten „sektoralen Identity-Provider“ dar, der zum 01.01.2023 bereitgestellt werden muss. Hier geht es – vereinfacht dargestellt – darum, dass das von BITMARCK zur Anmeldung an der ePA genutzte Identverfahren (bitIAM) und die zugehörigen Prozesse kompatibel zur Telematik-Infrastruktur gestaltet werden. Derzeit laufen noch Gespräche zwischen der gematik und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Erst auf Basis der Ergebnisse aus diesen Runden kann mit einer Umsetzung der zusätzlichen Anforderungen an das Schutzniveau und Betrieb begonnen werden. Dieser Teil der Spezifikationen wird von der gematik später als ursprünglich angekündigt bereitgestellt.

Wie angekündigt erfolgt ist hingegen die Bereitstellung des ePA-Desktop-Clients zum 31. März 2022, zunächst planmäßig für Windows und Linux. Die Version für das macOS von Apple erfolgt voraussichtlich im Mai.

Projekt Impfpflicht nach Abstimmung im Bundestag gescheitert

Die andauernde Diskussion um die Impfpflicht haben wir bei BITMARCK sehr genau mit Blick speziell auf die künftige Rolle der Kranken­kassen beobachtet. Teil der Vorschläge war es bekanntlich, die Krankenkassen zu verpflichten, die Daten zum individuellen Impfstatus abzufragen, zu sammeln, zu speichern und auch weiterzuleiten. Insbesondere die in den vergangenen Monaten ausgestellten Impfzertifikate hätten dabei eine Herausforderung bedeutet: Es war davon auszugehen, dass nicht nur für die Krankenkassen signifikante Aufwände in der Bearbeitung entstehen – es hätten auch BITMARCK-seitig bisherige Roadmap-Planungen angepasst werden müssen, um die kurzfristige Realisierung sicherzustellen. Diese Vorhaben sind nun vorerst vom Tisch: Das Projekt Impfpflicht ist nach einer hitzigen Debatte im Bundestag am 07. April 2022 gescheitert – die Abge­ordneten haben abgestimmt und gegen alle eingebrachten Anträge votiert. Sollte das Thema in irgendeiner Form wieder aufkommen, informieren wir unsere Kunden natürlich umgehend über die bewährten Kanäle.

Besonders nutzerfreundlich: Vergabe des UIG-Siegels für die ePA-App von BITMARCK

Die BITMARCK-Unternehmensgruppe hat für ihre elektronische Patientenakte das Siegel „Nutzerzentriert entwickelt“ des UIG e.V. erhalten. In diesem Rahmen wurde geprüft, ob User-Research, Prototyping und eine systematische und iterative Verarbeitung des Nutzerfeedbacks im Prozess verankert sind. Um dies festzustellen, wurden der Entwicklungsprozess analysiert und Interviews mit Vertretern des Entwicklungsteams der ePA-App durchgeführt. Das Audit hat die erfolgreiche Implementierung eines nutzerzentrierten Entwicklungsprozesses bestätigt. 

„Das UIG-Siegel wurde von uns ins Leben gerufen, um Produkte auszuzeichnen, die konsequent unter Verfolgung eines nutzerzentrierten Entwicklungs­prozesses realisiert wurden. 

Wir freuen uns daher, der BITMARCK für ihre ePA-App das Siegel vergeben zu können“, so Prof. Dr. Alexander Mädche, Vorstand des UIG e.V. und Professor für Wirtschaftsinformatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

„Die Einführung der elektronischen Patientenakte ist ein bedeutender Schritt, um die (digitale) Versorgung der Versicherten und Patienten in Deutschland auf ein neues Level zu heben. Um eine breite Akzeptanz für die Lösung zu erreichen, benötigt es neben ausgereiften Funktionalitäten auch eine positive Nutzererfahrung, auf die wir in der Entwicklung viel Wert legen. Wir freuen uns daher sehr, dass unsere ePA mit dem UIG-Siegel ausgezeichnet wurde“, ergänzt Mike von Gliszczynski, Projektleiter ePA bei BITMARCK.