Derzeit ist die 21c_kern-Benutzeroberfläche in Java Swing implementiert. Zum März 2019 kündigte der Hersteller Oracle das Java-Applet bekanntlich auf. Dadurch wurde eine Überführung der Dialogmasken in Webdialoge (HTML5) erforderlich. Im Rahmen des Projektes Web-Client befasst sich BITMARCK intensiv mit der notwenigen Umstellung.

Um aus der Integrationsplattform BITMARCK_21c|ng heraus aufgerufene Anwendungsfälle des 21c_kerns zur Ansicht zu bringen, gab es ursprünglich zwei Möglichkeiten:

1. Über die sogenannte „Fernsteuerung“ wird ein geöffneter 21c_kern-Client in den Vordergrund geholt und der Anwendungsfall gestartet.

2. Über die Java-Applet-Technologie wird der Anwendungsfall in einem Arbeitsbereich der Integrationsplattform dargestellt.

Die in der zweiten Variante beschriebene Technologie wurde durch den Hersteller Oracle aufgekündigt und kann mit der Java-Version SE11 nicht mehr eingesetzt werden. Um den Nutzern weiterhin eine hohe Anwenderfreundlichkeit zu bieten und in diesem Zuge auch die Dialogmasken des 21c_kerns auf ein modernes Screendesign-Layout umzustellen, rief BITMARCK 2018 das Projekt Web-Client ins Leben. 

Das Projekt Web-Client

Ziel ist es, die für die Benutzer relevanten Dialogmasken des 21c-kerns in moderne Webdialoge zu überführen. Auf diese Weise erfolgt die Integration in BITMARCK_21c|ng zukünftig ohne Medienbruch. Der Einsatz von HTML5 ermöglicht eine einheitliche Architektur, was zusätzlich zu einer wesentlichen Vereinfachung der Softwarewartung führt. 

Zum Projektstart lag der Fokus auf der Entwicklung eines Generators, um die Umstellung einer Dialogmaske zu einem gewissen Grad automatisieren zu können. Zudem wurden in enger Abstimmung mit dem Fachbeirat die umzustellenden Anwendungsfälle (Use-Cases) priorisiert. Ein Use-Case repräsentiert einen gesamten Geschäfts­prozess – diese Metrik wurde daher auch für ein einheitliches Reporting genutzt.

Hohe Komplexität der priorisierten Use-Cases

Während der Umstellungsphase 2018/2019 zeigte sich, dass die technische Komplexität im Rahmen der fachlichen Oberflächen zunächst unterschätzt wurde. In den Swing-­Oberflächen befinden sich große Anteile fachlicher Business-Logiken, die in den Web-Oberflächen implementiert werden mussten. Gerade die hoch priorisierten Use-Cases enthielten die komplexesten Controls und Logiken, die im oben beschriebenen Generator abgebildet werden mussten. Fachliche Besonderheiten erschwerten eine generalisierte Bereitstellung der Komponenten. 

Zwar konnten mit Release 24.00.p01 die ersten Web-Clientbasierten Oberflächen zur Aktionssteuerung|ng und zu EESSI planmäßig bereitgestellt werden – weitere für diesen Zeitpunkt terminierte Auslieferungen mussten jedoch aufgrund der oben beschriebenen Problematik verschoben werden. 

Dies führte zu einer vollständigen Über­arbeitung der ersten Architekturansätze sowie einer Anpassung des Projektes im Rahmen eines umfangreichen Reviews im März 2019. In den unterstützenden Gremien (technischer Ausschuss und Fachbeirat) wurde regelmäßig über den aktuellen Sachstand informiert.

Zentraler Meilenstein mit Release 24.20 erreicht

Die im Frühjahr des vergangenen Jahres veranlassten Maßnahmen zur Neustrukturierung des Projektes haben also gegriffen – sodass nun mit der Realisierung von Release 24.20 ein zentraler Meilenstein erreicht werden konnte: Im Releasezeitraum 24.10 bis 24.20 (Inhalt des Roadmap-Jahres 2019) wurde mehr als die Hälfte des Gesamtvolumens an Use-Cases umgestellt. 

Diese werden nun zunächst im Rahmen von Pilottests und -anwendungen auf ihre Funktionalität getestet, bevor sie allen Kunden zur Verfügung gestellt werden. Die aus den Teststufen resultierenden Kundenrückmeldungen werden genutzt, um bei Bedarf Anpassungen und Verbesserungen vorzunehmen.

Verbesserte Performance – weitere Schritte

Um eine möglichst stabile Performance während der Testphase zu gewährleisten, haben wir nochmals nachgebessert und an diversen Stellschrauben gedreht – wir sind gespannt auf die Rückmeldungen aus dem Kreis der Pilotkassen zu dieser Thematik.

Übrigens: Die Fertigstellung aller weiteren umzusetzenden Use-Cases ist in der Gesamt-Roadmap 2020 berücksichtigt – die Auslieferung der letzten umzustellenden Use-Cases wird mit Release 24.40 erfolgen.